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Klstg. Lehner Wasserfall & Hochtour Wildspitze 3772m Ötztal - Tirol


Tour: Juli 2004

Eine sehr schöne Bergtour
die ich mit meiner liebenswerten Frau machte, war im Sommer 2004 im Ötztal. Da meine Frau Nadja eine Vorliebe für Klettersteige hat, ich jedoch Hochtouren bevorzuge, versuchte ich wieder beide Komponenten unter einen Hut zu bringen. Zunächst fuhren wir ins mittlere Ötztal, genauer gesagt nach Längenfeld. Hier findet sich ein sehr schöner Klettersteig, direkt neben einem sehr großen Wasserfall. In einigen Minuten liefen wir zum Einstieg des besagten Klettersteigs. Beim Angurten beobachteten wir die Gruppe junger Leute vor uns, und amüsierten uns über deren Gekeife zueinander, wie man doch letzlich diese ersten Meter wohl am Besten meistern könne. Dann nach einigen Minuten durften wir uns am Einstieg versuchen. Bewusst wird die Einstiegstelle eines Klettersteigs etwas schwieriger verlegt, um sozusagen die Streu vom Weizen zu trennen. Somit wird oftsmals vermieden das Personen die jene Anfangspassage nicht meistern, erst gar nicht den Klettersteig begehen, oder später in eventuelle Schwierigkeiten geraten. Ich stieg als Erster von uns beiden ein. Genauso heute. Nach wenigen Minuten stemmen, drücken, spreizen und ziehen wir uns in einer Leichtigkeit nach oben, das es sichtlich Freude bereitete, wieder über die nächste Kante zu kommen um zu sehen was Neues käme. Alles lief wie geschmiert.


Jetzt ein Foto hier und nun eine nette Aufnahme dort. Wir genossen es, diesen exponierten Steig Meter für Meter zu erklimmen. Das Wetter spielte mit und malte das kleine Panorama idyllisch aus. Die Zeit verging viel zu schnell, denn als wir uns an die letzten Ausstiegsmeter machen, kam uns die kleine Vormittagstour viel zu kurz vor.

Nach gelungener Runde
hier am Steig, gings für uns weiter nach Vent im hintersten Ötztal. Dort parkierten wir unser Auto, schulterten die gepackten Rucksäcke samt Eisausrüstung und marschierten hinauf zur Bresslauer Hütte. Um etwas Kraft und Zeit zu sparen zogen wir es vor zunächst die ersten Höhenmeter mit dem Sessellift zurück zu legen. Locker, flockig schwebten wir dem Himmel empor und ließen unsere Gedanken nochmals zu unserem Tun am Vormittag zurückschweifen. Tritte, Griffe aus ötztaler Urgestein, Karabiener klinken, die Sonne auf der Haut spüren und das beruhigende Rauschen des tosenden Wasserfalls in den Ohren wahrnehmend. Dann, zurück in der Realität trotteten wir Schritt für Schritt hinauf zu unserem heutigen Endziel, der behaglichen Bresslauer Hütte. Hier heroben war es ruhig, der Trubel der im Tal herrschte war vergessen und nachdem wir unseren Schlafplatz hergerichtet hatten, genossen wir in der warmen Stube ein gutes Essen und ein zischendes Radler, welches unsere trockene Kehlen wieder lebendig machte. Nachdem wir etwas plauderten, eie Runde Karten spielten, zogen wir uns zurück, schlüpften in die Hüttenschlafsäcke und fieberten dem kommenden Morgen entgegen.


Gegen sechs Uhr
stärkten wir uns und zogen kurz darauf fröhlich und ganz entspannt Richtung Mitterkarferner und in großem Bogen zum gleich benannten Joch hinauf. Das Wetter war ideal, die Temperaturen mild und so hatten wir nicht die geringste Eile. Kurz unterhalb des Jochs sammelten sich eine große Menge bunter Bergsteiger. Die "besten und schönsten" Klamotten, neue, kaum benutzte Eisutensilien, aber niemand kam sichtbar vorwärts, alle wollte über die Felsen rechter Hand hinauf, denn dort waren mehrere Sicherungen vorhanden. Etwas Unmut machte sich bei einigen breit und die eine oder andere erregte Stimme war vernehmbar. Ich wunderte mich, das niemand, auf die Eisrinne im zentralen Bereich zusteuert und hier nach oben geht. Eine Rinne welche Jahr für Jahr mehr ausapert, ein beispielhaftes Opfer der Klimaerwärmung. Ich musterte diese, fragte jedoch Nadja ob sie sich dies Passage zutraue und schon Augenblicke später standen wir mit Frontalzacken im Blankeis.


Das glatte Eis knirschte unter den Sohlen und hielt bombenfest; Schritt für Schritt ging es bergwärts, ein kurzer steiler Aufschwung und schon legte sich die Eismasse zurück und bescherte uns ein schnelles und lockeres Weiterkommen. In nochmaligem weitem nord-ost Bogen gelangten wir in wunderbarer Kulisse zum Westgrat der Wildspitze, den wir problemlos bis zum Gipfel entlang stiegen. Oben angekommen genossen wir die traumhafte Rundumsicht unter arzurblauem Himmel und beobachteten eine Gruppe von Bergsteigern die gerade vom Nordgipfel herüber marschierten. Wir verweilten lange und hatten ein sichtbar zufriedenstellendes Grinsen im Gesicht!

Der Abstieg
verlief unspektakulär, einzigst das Abklettern im Mitterkarjoch kostete etwas Zeit und bremste unseren rasanten Talabstieg aus. Eine nette Aufnahme von uns beiden und unserem Gipfel, die Hütte nett ins Bild gerückt und ein Radler dort derselbigen genossen. Über trostlose Skipisten gings weiter in Richtung Heimat und genau dort schmiedet man zu meist neue Pläne und neue Ziel, welche wir in naher oder ferner Zukunft realisieren möchten.

 
 
 
 

Verfasst: Robert Linhart |  August 2010 | Foto: Robert Linhart

 
 
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