Piz Tambo - krystallos

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Piz Tambo

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Piz  Tambo  3279 m


28.August 2011

Unerwartet und überglücklich standen Sven L. und ich am heutigen Tag am Gipfel des Piz Tambo und genossen die grandiose Rundumsicht von diesem schweizerisch-italienischen Grenzberg (siehe Bilder).
Aber alles der Reihe nach. Alles begann letzlich am 23.August 2009 als wir beide auf einen verabredeten Strahlergang am Piz Beverin unterwegs waren. Während des Abstieges entdeckte Sven diesen "Spitz dort in der Ferne", und als wir darüber sinnierten, kam die Idee einer Besteigung. Heute- zwei Jahre später - versuchten wir uns bei sonnigem aber saukalten Wetter. Als wir mit dem Auto in Splügen unten standen gab ich die Besteigung schon fast auf. Jede Menge Neuschnee bis hinunter nach Splügenort (1500m).

Sven meinte wir schauen mal wie es oben am Pass aussieht. Wir fuhren durch absolute Ruhe und Stille hinauf zum Splügenpass. Keine Menschenseele war unterwegs, was ja auch nicht anders zu erwarten war. Es war nun 7.00 Uhr, das Auto zeigte uns eine Aussentemperatur von 0,5 Grad an und wir pakierten das Auto. Der Schnee ragte uns bis über die Bergschuhe als wir loszogen. Wir spurten zunächst alleine hinauf Richtung Grat, als wir eine kleine Gruppe lautstarker Italiener hinter uns warnahmen. Erst bei unserer Rast unterhalb des Piz Tamborello holten sie uns ein und übernahmen die weitere Spurarbeit. Das Kuriose war - was wir nicht glaubten - sie gingen in kurzen Hosen und Turnschuhen !!! Wir konnten nur den Kopf schütteln über so eine Leichtsinnigkeit.

Höher - immer höher! Wir kamen gut voran und genossen den tiefblauen Himmel mit der immer weiter werdenden Sicht. Nur der Wind war phasenweise stark und sehr kalt, die Schneelage blieb unverändert und wurde mit zumehmender Höhe nicht mehr.  Weiter oben querten wir ein kleines Gletscherfeld und kamen im Anschluss zum Gipfelgrat (Schwierigkeit I). Nach einem kleinen Versteiger von mir in Richtung Nordseite des Berges, revidierte ich meine Entscheidung und wir querten zurück in die Südostseite wo wir gut und zügig bergauf kamen. Gegen Mittag waren wir unter grandiosen Bedingungen am höchsten Punkt angelangt und waren sehr glücklich. Viele Fotos haben wir schon geschossen und nun fehlten nur noch die Gipfelbilder. Die mitgebrachte Brotzeit schmeckte gut ehe uns die Kälte zu raschem Abstieg drängte. Die Bewegung wärmte uns wieder und guter Laune zogen wir talwärts.
Nun kamen noch jede Menge geführte Gruppen herauf und wir mussten höllisch aufpassen, selbst keine Steine los zu treten und die anderen Bergsteiger gut im Auge behalten. Der Schnee schmolz bei dieser Sonneneinstrahlung sehr rasch, je tiefer wir kamen desto weniger weiße Pracht war noch vorhanden. Dann beobachteten wir noch die nette Situation am Gletscherfeld. Wenn das Blankeis raus kommt und der Neuschnee wie Seife darauf liegt dann,... Schwupps - einer nach dem andern legte sich in dem geneigten Gletscherfeld auf die Nase und wir amüsierten uns gut. Nun wollten wir aber nur noch runter zum Pass. Wir waren nun doch schon gute 7-8 Stunden hier am Berg unterwegs und die Müdigkeit kam auf. Im untersten Teil konnten wir dann auf den grünen wasserdurchtränkten Alpmatten den  Rest zum Splügenpass zügig zurücklegen. Nach fast 9 Stunden waren wir froh, gut und sicher wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt zu sein.

Fazit:
Ein Traumberg mit wunderbarer Aussicht. Trotz Schnee eine lohnende Tour.



Bilder & Texte:  Robert Linhart  April 2012

 
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